Erinnerung an die Pogromnacht 1938 im...

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Das "Bündnis für Demokratie und Toleranz am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf" hatte in Kooperation mit dem "Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf" am 8. November 2018 zu einer Veranstaltung im Rahmen der Gedenkwoche "80 Jahre Reichpogromnacht" in das Berliner Tschechow Theater eingeladen. Henny Engels (Sprecherin des Bündnisses) und Sabine Schwarz (Mitglied des Bündnisses, Fraktion Die Linke Marzahn-Hellersdorf) ließen einen besonderen Film Revue passieren, über den im Anschluß gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Heimatvereins Marzahn-Hellersdorf, Wolfgang Brauer, diskutiert wurde.

Der amerikanische Jude Jonathan S. Foer findet im Nachlaß seiner Großeltern ein Foto, das ihn veranlaßt, sich auf die Suche nach Spuren seiner Vorfahren zu machen. Er fliegt in die Ukraine, engagiert einen älteren, angeblich blinden Fahrer eines Trabants und seinen Enkel, der kaum englisch spricht. Dieses Team macht sich mit einem zunächst bösartigen und später recht liebevollen kleinen Hund auf die Suche nach Trachimbrod; einem Ort, der nach Aussagen von zufällig Befragten nicht existiert. Der Amerikaner läßt nicht locker. Irgendwann stoßen sie in ihrer endlos langen Fahrt durch die Ukraine auf die von der Deutschen Wehrmacht zerstörten Reste einer Ansiedlung und suchen in der Nähe weiter. Sie treffen auf eine einsame Bewohnerin, die sie zu Fuß (in einen Wagen steigt sie niemals) nach Trachimbrod führt. Der Ort liegt an einem kleinen Fluß und besteht nur noch aus einem Gedenkstein, auf dem geschrieben steht, daß die Deutsche Wehrmacht im Jahre 1942 beinahe alle mehr als eintausend Frauen, Männer und Kinder niedergemetzelt hat. Nur die einsame Bewohnerin und Jonathans Großvater überleben das grausame Massaker. Sie bleibt ihrer Gegend treu und bewahrt praktisch das Erbe von Trachimbrod; während Jonathans Großvater sich unter den erschossenen ukrainischen Dorfbewohnern zunächst verbergen kann und später die Flucht antritt, die ihn bis in die USA führt.

Den Organisatoren dieser Veranstaltung ist es gelungen, den passenden Roman an die Progromnacht 1938 im Rahmen der Gedenkwoche "80 Jahre Reichspogromnacht" auszuwählen. Henny Engels, Sabine Schwarz und Wolfgang Brauer ist dafür zu danken.

(Übrigens ist der Roman "Alles ist erleuchtet" (Everything is illuminated) im Verlag Kiepenheuer & Witsch erschienen.