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Vom "Mauerfall" zum "Klimawandel" ...

... oder von "Wahnsinn" zu "Wie könnt Ihr es wagen ...?" Das STZ "Kiez-Treff West" hatte zu einer kritischen, unterhaltsamen Betrachtung mit Axel Matthies eingeladen. Einen Tag vor dem 30. Jahrestag des Falls der Mauer in Berlin durch die einprägsamen - aber nur wirr dahingestammelten Worte Günter Schabowskis - beschäftigte sich ein großer Teil seiner gelungenen Powerpoint-Präsentation mit diesem Thema und mit den Auswirkungen der DDR-Bürgerinnen und Bürger auf das folgende Jahr bis zum Beitritt zur BRD am 3. Oktober 1990 sowie auf die folgenschwere Arbeit der Treuhand mit allen bekannten oder auch weniger bekannten Erscheinungen. Der Referent war in vielen Belangen davon persönlich betroffen. Dennoch schaute er nicht im Zorn zurück; sondern tat das, was damals zahllose DDR-Bürgerinnen und Bürger taten bzw. tun mußten: Einen Neuanfang wagen; sei es durch Wegzug in die alten Bundesländer oder durch Ausharren in den neuen fünf Ländern. Axel Matthies entschied sich trotz oder gerade wegen seiner hervorragenden Ausbildung und imponierenden Vita für das Letztere und scheint es summa summarum auch nicht bereut zu haben. Wenngleich es letztendlich der zu Anfang seines Referats genannten und in den 16 Ländern der BRD prominenten Sektkellerei Rotkäppchen nach vielen Mühen gelungen ist, am Markt zu Fuß zu fassen und wirtschaftlich zu agieren, so scheint auch der Protagonist das Abends mit sich und seiner Entscheidung aktuell im Reinen zu sein. Aber Axel Matthies wäre nicht er selbst; wenn er nicht die vergangenen 30 Jahre Revue passieren ließe, ohne die unmittelbare Vergangenheit mit Ausblick in die nähere Zukunft zu erwähnen. Dabei brachte er seine Sorge um den drohenden Klimawandel zum Ausdruck. Seiner Auffassung nach kann es nicht sein, daß sich die große Politik diesem Thema weltweit versagte und erst durch das ungewöhnlich beharrliche Auftreten einer 16-jährigen Skandinavierin in das Bewußtsein der Weltöffentlichkeit gelangte. Recht hat er. Der Kiezredakteur dankt a) Axel Matthies, obwohl es zu der angekündigten Diskussionsrunde nicht mehr kam (immerhin wurde beim Imbiß und danach an den Tischen fleißig debattiert) und b) Bärbel Kramer und dem Team des STZ "Kiez-Treff West" für die Organisation.

(Gegen Veröffentlichung der Fotos bestanden keine Einwände.)