Aktionsfonds 2017

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Aktionsfonds 2017: Dokumentation der Aktionen / Projekte

Die Vergabejury beschloss in den Beiratssitzungen die Förderung von nachfolgender
Aktionen / Projekte:

 

Votum des Vergabebeirats am 27. Februar 2017

Kita-Zeitung „Farbkleckszeitung“, JAO gGmbH / Haus Farbklecks

Seit 2013 erscheint viermal jährlich die „Farbkleckszeitung“ für die Kinder und Eltern der Kita „Haus Farbklecks“. Der Erstellungsprozess erfolgt von Anfang an unter Einbeziehung der Kinder auf „Redaktionssitzungen“. Die Kinder bestimmen selbst die Themen und die Artikel- und Bildauswahl wird „demokratisch“ (per Murmel) abgestimmt. Interviews über interessante Projekte und Vorkommnisse im Stadtteil werden von ihnen als „Kita-Reporter“ eigenständig durchgeführt, auch werden sie in den Druck der Zeitung einbezogen. Daraus ergeben sich multiple Lerneffekte: Sprachförderung, Vermittlung demokratischer Werte, Medienkompetenz, Wertschätzung für Printmedien. Durch die Zeitung, die bei den Eltern sehr nachgefragt ist, werden diese an Projekte und Aktivitäten im Stadtteil herangeführt. Teile der Zeitung werden auch in die vietnamesische Sprache übersetzt.

 

4. Roma-Kulturtag; AWO Spree-Wuhle e.V.

Aufgrund der guten Resonanz der Vorjahre findet auch in diesem Jahr zum 4. Mal der bereits zur Tradition gewordene Roma-Kulturtag am 12. Mai als interkulturelles Nachbarschaftsfest in Kooperation mit anderen Trägern aus dem Stadtteil auf dem Abenteuerspielplatz West statt.

Den interessierten einheimischen und neu hinzugezogenen Besucher*innen erwarten vielfältige Angeboten für Kinder und Erwachsene, z.B. verschiedene Musiker-Gruppen, Tanz, Pony-Reiten, Malen, Schminken und kreative Beschäftigung. Der Tag startet um 15 Uhr mit dem Kinderprogramm und klingt bei einem gemütlichen Beisammensein am abendlichen Lagerfeuer mit Musik und anregenden Gesprächen aus. Das Fest soll dazu beigetragen, Vielfalt im Stadtteil als Bereicherung für alle Bewohner aus verschiedenen Kulturkreisen erlebbar zu machen, bestehende Vorurteile abzubauen, neue Kontakte zu knüpfen, die Willkommenskultur zu praktizieren und den Gedankenaustausch zwischen den Kulturen zu fördern. Damit wird ein Beitrag für eine gute Nachbarschaft und die Integration/Akzeptanz von Neuankömmlingen im Stadtteil geleistet.

 

Lese-Ecke für kleine und große Bücherwürmer, JAO gGmbH / Haus Windspiel

Das Projekt zielt darauf, Eltern ans das Vorlesen mit ihren Kindern heranzuführen. Dafür werden Kinderbücher für unterschiedliche Altersgruppen und ein Bücherregal finanziert. Die Lese-Ecke erwartet die ersten Besucher am 19. April mit einem ersten Vorlesen von Geschichten für große und kleine Leser im Rahmen des Frühlingsfestes. Über die gemeinnützige Initiative „Librileo“ wurde eine ehrenamtliche Vorlesepatin gewonnen, die jede Woche am Mittwoch vorlesen wird. An anderen Tagen kann die Ecke durch Eltern und Mitarbeiter*innen der Einrichtung mit den Kindern genutzt werden. Neben der Heranführung ans Lesen insgesamt soll somit auch die Tür zu anderen Bildungseinrichtungen wie der Bibliothek geöffnet werden.

 

Votum des Vergabebeirats am 27. März 2017

Musik aufs Ohr, Kinderring Berlin e.V. / JFE Betonia

Das Jugendzentrum Betonia möchte im Laufe des Jahres eine Reihe von Veranstaltungen und Konzerten unter dem Motto „Musik aufs Ohr“ durchführen; z.B. das Geburtstagskonzert des Betonias zum siebenjährigen Bestehen am 21.04.2017, die Fete de la Musique im Clara Zetkin Park am 21. Juni 2017 sowie beim Ferienauftakt und Ferienabschluss auf dem Barnimplatz. Um das Projekt umzusetzen, wird eine ergänzende Finanzierung für die Anschaffung zusätzlicher Technik für das Benutzen einer im Betonia vorhandenen Soundanlage ermöglicht. Damit entfällt in Zukunft eine kostenintensive Ausleihe. Die Anschaffung von zusätzlicher Technik für die Komplettierung der professionellen Musikanlage wird als gewinnbringend für den Stadtteil gesehen, da diese auch von anderen Trägern und Einrichtungen kostenlos ausgeliehen werden kann. Außerdem werden Jugendliche qualifiziert, diese selbstständig aufzubauen und bei unterschiedlichsten Veranstaltungen zu betreiben. Auch im Hinblick auf das bereits vorhandene Bühnenequipment im Stadtteil stellt dies eine sinnvolle Ergänzung dar.

 

Öffentlichkeitsarbeit für die Initiative Gemeinsam statt einsam; Erika Tullick

Bereits seit 4 Jahren organisiert und veranstaltet die ehrenamtliche Initiative "Gemeinsam statt einsam" mit großem Erfolg Veranstaltungen und Angebote für ältere, behinderte und mobilitätseingeschränkte Bewohner*innen. Neben den stark nachgefragten „Themenfrühstücken“, an denen ca. 40 bis 50 Personen teilnehmen und die abwechselnd in verschiedenen Einrichtungen des Stadtteils stattfinden, werden auch Info-Runden, thematische Spaziergänge etc. durchgeführt. Für die Bewerbung dieser Veranstaltungen und Angebote bei der Zielgruppe werden monatliche Plakate und Flyer sowie Info-Flyer hergestellt und in den Einrichtungen des Stadtteils verteilt und ausgehangen bzw. direkt zugestellt.

 

 

Votum des Vergabebeirats am 29. Mai 2017

Spaß in der Leseecke, JAO gGmbH / Haus Windspiel

Bereits im Februar wurden für die „Leseecke für kleine und große Bücherwürmer“ im „Haus Windspiel“ ein Bücherregal und eine Auswahl an Kinderbüchern bewilligt und finanziert. Nachdem das Projekt erfolgreich angelaufen ist und die Vorlesestunden der ehrenamtlichen Lesepatin insbesondere von Eltern mit Kleinkindern gut besucht sind, wurde festgestellt, dass jedoch die „schulische Atmosphäre“ - die Teilnehmer*innen sitzen an Stühlen und Tischen - keine Gemütlichkeit zum Zuhören bietet. Dies behindert die Erreichung des Ziels, Berührungsängste zum Lesen bei den Familien abzubauen und einen spielerischen Umgang mit Büchern zu vermitteln. Diesem Zustand soll mit der Anschaffung eines Teppichs sowie von Sitzsäcken und Kissen Abhilfe geschaffen werden. Die Eröffnung der gemütlich ausgestatten Lese-Ecke findet im Rahmen des Sommerfestes am 12. Juli statt. Die öffentlichen wöchentlichen Vorlesestunden finden weiterhin statt und sollen durch weitere Lesepat*innen unterstützt werden, um darüber sozial schwache Familien zu erreichen und ihren Zugang zu Bildung zu fördern.

 

 

Piroggen und Sauerkraut, Vision e.V.

Bei Vision e.V. ist es seit geraumer Zeit Brauch, Menschen beim gemeinsamen Kochen, Backen und Teetrinken zusammenzubringen und auf diese Weise den Austausch unter ihnen zu erleichtern. Das gemeinsame Kochen hat in der Geschichte der Russlanddeutschen Tradition. Es ermöglicht, auch neue Besucher und Hinzugezogene leicht in die Gruppe zu integrieren, insbesondere von Vereinsamung bedrohte Menschen, z.B. aus dem nahe gelegenen Pflegeheim der AWO. Unbehagen bei mangelnden Deutschkenntnissen wird im Eifer des Kochens schnell überwunden und über die Kochrezepte, die sich teilweise auch über kulturelle Grenzen hinweg ähneln, kommt man schnell ins Gespräch. Dieses Angebot soll nun regelmäßig einmal pro Woche stattfinden, um eine breitere Nachbarschaft auch außerhalb der Gruppe der Spätaussiedler*innen im Kiez zu erreichen. Dazu fehlen jedoch eine ausreichende Küchenausstattung und ein funktionierender Kühlschrank, dessen Anschaffungen über die Förderung der Aktion ermöglicht wird.

 

Vietnamesisches Grill- und Kulturfest, pad gGmbH / JFE UNO

Nach dem Wegzug des Vereins Reistrommel e.V. aus dem Stadtteil gibt es weniger Angebote für die zahlenmäßig große Gruppe der Vietnamesen. Durch ein vietnamesisches Grill- und Kulturfest möchte die JFE UNO - in der viele vietnamesische Kinder und Jugendliche ihre Freizeit verbringen -  zusammen mit anderen Trägern für Familien eine Gelegenheit bieten, die vietnamesische Kultur zu präsentieren und mit den Nachbarn in den Austausch zu treten. Insbesondere soll dies durch das unter Vietnames*innen beliebte Grillen und dem Kulturformat „Offene Bühne“ passieren, auf der kleine und große Teilnehmer*innen ihre Talente präsentierten können. Das gemeinsame Zubereiten von schnellen Speisen am Grill hat in der vietnamesischen Kultur Tradition und ist eine gute Begegnungsmöglichkeit sowohl untereinander als auch mit der einheimischen Bevölkerung und anderen Kulturen.

 

Verantwortung für den Kiez, Kinderring Berlin e.V. / Kulturenhochhaus

Anlass für die Aktion waren die in letzter Zeit an verschiedenen Stellen im öffentlichen Raum des Stadtteils verstärkt aufgetretenen Vandalismus-Erscheinungen. Besonders betroffen waren die Mauern am Barnimplatz, die nach einer partizipativ angelegten Neugestaltung mit Kindern und Jugendlichen im Herbst 2016 bereits großflächige Übermalungen und Beschmierungen aufweisen. Ebenfalls betroffen sind die 5 Infosäulen im Stadtteil, die als wichtige Informationsquelle und „Aushängeschild“ für die Angebote im Stadtteil wahrgenommen werden. Vor diesem Hintergrund entstand bei verschiedenen Bürger*innen und Einrichtungen im Stadtteil die Idee, in einer Reihe von gemeinsamen Aktionen die Schäden zu beseitigen und gleichzeitig die regelmäßige Verantwortungsübernahme im öffentlichen Raum zu fördern. In Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen verschiedener Einrichtungen und ehrenamtlich engagierten Bewohnern werden die Mauergestaltung auf dem Barnimplatz repariert und die Infosäulen gereinigt und ergänzt (Erneuerung des Stadtplans und der Beleuchtung). Diese Pateneinrichtungen werden auch zukünftig ihre Säule im Blick haben und wenn notwendig deren Säuberung vornehmen.